09 / 07 / 2021 | Berufsstart

Gap Year

Gap Year

Immer mehr Jugendliche entscheiden sich nach ihrem Schulabschluss ins Ausland zu gehen, mittlerweile jeder Fünfte. Die Möglichkeiten sind vielfältig und reichen vom Avocado-Pflücken auf einer Farm in Australien bis hin zum Praktikum bei einer Reiseagentur in Kalifornien. Die Motive für ein solches „Gap-Year“ zwischen Schulabschluss und Studium oder Ausbildung sind ganz unterschiedlich: Berufserfahrung sammeln, die Sprache lernen, sich sozial engagieren oder persönlich weiterentwickeln. Im Folgenden stellen wir dir die gängigsten Möglichkeiten vor, wenn du vorhast ins Ausland zu gehen.

Wer sich für eine Zeit im Ausland interessiert, muss sich zunächst einige Fragen stellen:

  • Welches Land möchte ich bereisen?
  • Reise ich alleine oder mit Freunden?
  • Möchte ich im Ausland nur reisen oder auch dort arbeiten?
  • Welches Budget strebe ich bei Abreise an?
  • Möchte ich meine Reise eigenständig organisieren oder hole ich mir Unterstützung bei einer Agentur?

Freiwilligenjahr
Das Freiwilligenjahr ist eine ehrenamtliche und zeitlich befristete Tätigkeit. Du hast – je nach Anbieter – die Wahl, ob du ein soziales, ökologisches oder kulturelles Projekt unterstützen möchtest. Dir sind keine Grenzen gesetzt: Du kannst in einem Kinderkrankenhaus in Osteuropa arbeiten, eine Grundschule in Südostasien unterstützen oder beim Naturschutz in Afrika aktiv werden. Teilnehmende engagieren sich meist in bereits laufenden Projekten und greifen den bereits aktiven Helfern unter die Arme. Man lernt so neue Kulturen direkt an der Basis kennen, tut etwas Gutes und trifft auf Menschen aus der ganzen Welt.

Work & Travel
Work & Travel ist die beliebteste Art, nach dem Schulabschluss ins Ausland zu gehen. Work & Travel umfasst meist eine Zeit von sechs bis zwölf Monaten. Du verdienst vor Ort Geld, um dir damit die Reise durch das Land zu finanzieren. Die beliebtesten Länder für einen solchen Auslandsaufenthalt sind Australien, Neuseeland, Südamerika, Kanada und die USA. Die meisten Backpacker legen sich vor Abreise auf eine Route im Zielland fest, beispielsweise von Cairns im Nordosten Australiens nach Melbourne im Südosten. Entlang dieser langen Route suchen sie sich dann Gelegenheitsjobs, um Unterkunft, Verpflegung und Ausflüge zu finanzieren. Dabei stehen dir alle Möglichkeiten offen.

Au Pair
Bei einem Au Pair wohnst du bei einer Gastfamilie und kümmerst dich um deren Kinder und den Haushalt. Dafür bekommst du ein wöchentliches Taschengeld, ein Zimmer sowie Verpflegung. Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „auf Gegenseitigkeit“. Du wirst praktisch während deines Aufenthaltes Familienmitglied auf Zeit und nimmst oft auch an gemeinsamen Ausflügen teil. Ein Au Pair Aufenthalt kann drei bis zwölf Monate dauern und wird häufig mit einer anschließenden Reise im Zielland verbunden. Die Vermittlung läuft über Agenturen oder Online-Reiseportale. Voraussetzungen hierfür sind meist gute Grundkenntnisse in der jeweiligen Landessprache, ein Führerschein, Erfahrung mit der Kinderbetreuung sowie Haushaltskenntnisse. Außerdem solltest du körperlich und psychisch belastbar sein, da Kinder auch mal die Nerven strapazieren können. Da man während dieser Zeit kaum Ausgaben hat, sparen viele das Geld für eine anschließende Reise.

Sprachreise
In unserer medial vernetzten Welt wird es in allen Lebensbereichen immer wichtiger, international kommunizieren zu können – ob mit Freunden weltweit, in der Schule, an der Uni oder im Beruf. Wenn du gezielt deine Fremdsprachenkenntnisse weiterentwickeln möchtest, sind Sprachreisen genau das Richtige für Dich!

Hier gehst du zeitlich befristet in das Zielland deiner Wahl und nimmst an Sprachkursen an Universitäten oder Instituten teil. Doch damit du deine Zeit dort nicht nur mit Pauken verbringst, gibt es die Möglichkeit, eine Aktiv-Sprachreise zu machen. Die Sprachreise wird dann mit sportlichen und kulturellen Aktivitäten verbunden oder in Kombination mit einer Rundreise angeboten. Diese Art des Auslandsaufenthalts variiert zwischen Kurzzeitreisen von 1 – 6 Wochen bis hin zu mehreren Monaten.

Anmerkung: Die Pandemie hat so einiges auf den Kopf gestellt. Auch viele Pläne, die nach dem Schulabschluss hätten stattfinden sollen. Da sich vieles so schnell ändert, informierst du dich am besten immer bei dem jeweiligen Ansprechpartner.

 

 

Bild: einstieg.com